Kurz und knackig

Ja, okay. Um die Sommerpause von WEHATEPOPCORN zu destruieren, versenfe ich jetzt einfach nen neuen Eintrag. Wohl bekommts.  Hier a few words to recently watched moviefilms:

Funny Games U.S.

Bonjour Herr Haneke, sie kannten wir doch schon. Nach Caché aus dem Jahre 2005 macht der geborene Münchner bei seinem neuesten Film der derzeitigen Unart Hollywoods, Filme zu remaken, heftig Konkurrenz. Allerdings verwurstelt Michi da tatsächlich seinen eigenen Film aus dem Jahre 1997 um es “auch auf das US-Publikum zuzuschneiden”. Man mag sich über Sinn und Zweck dieses Remakes streiten (Haneke filmte Einstellung für Einstellung nahezu identisch nach), aber am Ende überlebt dann doch leider ein Fünkchen “Und jetzt?” im Kopfe des Zuschauers. Ohne Frage ist die Thematik des Films,das Phänomen der Gewalt, aktuell und “verfilmenswert”, genauso wie 1997. Und ohne Frage ist Hanekes Ansatz der Darstellung immer noch interessant, aber (und das bricht dem Film das Genick) man hat alles schonmal gesehen.

Heutzutage durchbrechen Blutpornos wie Hostel oder SAW die Gewaltsensibilität von 12-Jährigen und setzen die Obergrenze für das was viele unter Unterhaltung verstehen immer höher.  Hanekes ursprünglicher  pädagogischer Versuch nämlich der einer Auseinandersetzung mit einer Extremsituation und Gewaltreflexion geht dadurch leider komplett verloren, eine Aktualisierung fehlt. Die “sinnlose Gewalt” dargestellt in Funny Games dürften nur allzu viele Kinogänger als fast alltäglich ansehen.

All The Boys Love Mandy Lane

Jonathan Levine? Sagt ihnen nichts? Muss er auch nicht. Amber Heard? Sagt ihnen nichts? Schade, sollten sie nachholen. Viel mehr Sex strahlte eigentlich kaum eine Horrorhauptdarstellerin in den letzten Jahren aus. ATBLML (i love it) fällt eher in die Sparte “genügsamer Teeniehorror aber ansehbar auf jeden Fall“.

Unsere Mandy zieht die Männer magisch an und der Freundeskreis um sie wird bei einem Wochenendtrip zielsicher von einem Unbekannten dezimiert. So viel zur Story. Der Endtwist kommt nicht wirklich überraschend ist aber so selbstverständlich vom Regisseur eingebaut worden, als ob er fast nicht als Twist ertwisted werden will. Twistig. Aufpoliert wird alles durch eine Art Retrolook des Films was doch durchaus zu gefallen weiß. Teilweise wird dann leider der Eindruck erweckt dass mehr Arbeit in der Optik steckt als im Inhalt, was leider ziemlich genau in den Nerv der MTV-Generation zielt. Dennoch gefällt der Film overall, Miss Heard liefert eine gelungene Darstellung und auch wenn das Täter-Opfer-Prinzip bekannt ist gelingt es Levine sich zumindest teilweise abzuheben.

A L’interieur/INSIDE

Uff, schwere Kost in der Uncut. Ich kann nicht behaupten einen Film in den letzten Monaten gesehen zu haben der derart schwer im Magen liegt beim Zuschauen. INSIDE ist französischen Ursprungs und folgt damit dem Beispiel von High Tension und zuletzt Frontieres: Unser Nachbarland scheint eine ganz eigene Gattung des Horrorfilms erschaffen zu haben, die nicht mit Unmoralität, Blut und Dunkelheit geizt.

Dunkel, blutig und unmoralisch gehts auch in INSIDE zu: Die schwangere Fotografin Sarah verliert bei einem Autounfall ihren Mann und verbringt Weihnachten zurückgezogen und alleine in ihrem Haus. Zumindest solange bis eine unbekannte Frau dort eindringt und ihr an den Hals will. Und an den Bauch. Die Schlußszene dürfte multiple Orgasmen bei allen Gorehounds weltweit auslösen und ist nebenbei bemerkt auch noch verdammt gut inszeniert.

Fazit: Dunkle fast triste, einsame und wortleere Slashergranate mit bitterbösem Inhalt.

~ von Lukas - 21. Juli 2008.

Eine Antwort to “Kurz und knackig”

  1. very well said luki, two thumbs up for your beitrag!

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