Diary of the Dead (2007)
Also mit Verlaub Herr Romero, aber das vermochten Sie auch schonmal besser.. Romeros aktueller Zombiestreich: “Diary of the Dead”, der mittlerweile fünfte Teil in der legendären Dead-Reihe, handelt erneut vom Weltuntergang und Zombies (you didn’t expect that!).Es geht hier um eine kleine Gruppe an Filmstudenten, die gerade dabei ist ihr eher mäßig dreinschauendes Uniprojekt zu verwirklichen, als sie die Nachricht bekommen, es ist ein Virus ausgebrochen.
Und ab da beginnt die Hatz, das dreiphasige Spiel aus leugnen, wegrennen und letztendlich Ausweglosigkeit akzeptieren. Inhaltlich alles mehr oder weniger wie gewohnt von Georgie, aber stilistisch wagt er sich in diesem Teil der Reihe an die mittlerweile immer präsentere Super-Hyper-Über-Realismus-Optik heran. Es gibt durchweg Handkamerabilder, aber keine Sorge Leute, es ist niemals so shaky wie es bei [REC] oder Cloverfield war. Doch damit gibt sich Romero nicht zufrieden, er hat noch Ideen, die dem gerade so angesagten Stil noch ein wenig den eigenen Stempel aufdrückt. In einer Sequenz zum Beispiel stehen sich auf einmal zwei Personen mit Kamera gegenüber und es gibt abwechselnd Schnitte hin und her oder in einer anderen Szene wird das Geschehen über Überwachungskameras nur gezeigt - nette Einfälle wie ich finde! Doch leider wird durch diese Auflockerungsspiele dem Ganzen ein wenig an Authentizität genommen, was doch eigentlich der Hauptaspekt dieser ganzen Handkamera-mitten-im-Geschehen-Machart ist.
Genug zur technischen Sache, kommen wir zu dem, was quasi das Herzstück eines Filmes ausmacht: die Darsteller! Und genau jene konnten in “Diary of the Dead” leider ganz und gar nicht überzeugen. Es wird sich einer abgehölzert, dass es beyond good and evil ist! Hier wird einem ein Unsympathisant nach dem anderem vorgesetzt - und wie meine unblumige Wortwahl schon schließen lässt - sind einem die Schicksale der Personen auch einfach durchweg scheißegal.. Das ganze geht sogar soweit, dass man teilweise die Motive für die Handlungen bei klarem Verstand nicht nachvollziehen kann. Auch hier ein Beispiel: Man nehme an man ist in einem Haus und man weiß auch, dass ein (vormals Freund nun) Zombie in dem gleichen sein Unwesen treibt, was tut man? Richtig! Zuerst versucht man nicht die anderen Freunde im Haus zu finden und schon gar nicht nimmt man irgendwelche Waffen mit auf seinen Weg, die man bei einer etwaigen Konfrontation mit dem Untoten benutzen könnte. They don’t do any fuckin shit at all! Ich bitte Sie Herr Altmeister, aber das haben Sie schon verdammt glaubwürdiger inszeniert!
Ok genug dazu, kommen wir zu einem anderen Punkt, der für mich persönlich immer das unangefochtene Glanzstück eines jeden Romero Zombiefilms war - die einfach unschlagbare Atmosphäre. Anfangs diese Bedrohlichkeit, bei “Night..” und richtig stark dann bei “Dawn..”. Gefolgt von dieser starken Beklemmung und Klaustrophobie in “Day..”, abgelöst dann durch “Land..” mit seiner dystopischen Epik. Doch da will bei “Diary..” bei mir einfach nichts aufkommen. Es mag vielleicht daran liegen, dass in letzter Zeit einfach zuviele Filme in diesem oder ähnlichem Stil rauskamen, aber es kommt einfach in keiner Sekunde wirklich atmosphärisch an einen der bisherigen Dead-Teile ran, leider.
Und für alle Leute, die Horrorfilmen immer eine Sinnfreiheit und fehlende Tiefe unterstellen sei gesagt, dass hier Romero wie immer vorgesorgt hat! Denn ein Zombiefilm muss nicht zwangsweise substanzlos (<3 das Wort!) sein, wie schon mit den Vorgängern bewiesen wurde und hier konsequent weitergeführt wird. Waren es in den anderen Teilen noch Gesellschafts- und Sozialkritik die im Vordergrund standen, wendet sich diesmal Romero den Medien zu. Es wird kritisiert, dass die Medien manipulieren, verfälschen, zensieren, lügen und betrügen.. weswegen der Typ mit der Kamera auch durchweg ‘draufhalten’ will, um den Leuten die >richtige< Wahrheit zu zeigen.
Doch wer jetzt nach dem ganzen Negativen und eher wenig Positiven denkt, dass der Film schlecht ist liegt eindeutig FALSCH! “Diary of the Dead” ist immernoch ein sehenswerter Horrorfilm, nur auf Romeros Skala ist er ziemlich weit unten angesiedelt, aber im generellen Vergleich ist er immernoch im vorderen Drittel zu finden.
Kurzum, wer Horrorfan ist sollte ihn sehen und wer keiner ist, muss nicht. Von mir gibts 6 von 10 Zombieköpfe am Baum.





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